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Volkstrauertag

Sehr geehrte Damen und Herren!
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

„Frieden und Freiheit, das sind die Grundlagen jeder menschenwürdigen Existenz.“ Mit diesem Wort von Konrad Adenauer möchte ich Sie auf der heutigen Gedenkstunde zum Volkstrauertag begrüßen. Ich danke Ihnen, daß Sie heute, hierhergekommen sind, um der Frauen, Männer und Kinder aus unserer Gemeinde, unserem Land, und vielen anderen Ländern, die Opfer von Krieg und Gewalt geworden sind zu gedenken. Wir gedenken der gefallenen und vermißten Soldaten und der getöteten Zivilisten;
wir erinnern an Menschen, die in der Gefangenschaft oder auf der Flucht umkamen;
wir gedenken der Frauen und Männer, die ihren Widerstand gegen die Diktatur mit ihrem Leben büßen mußten;
wir erinnern an Mitbürgerinnen und Mitbürger, die verfolgt und vernichtet wurden, weil sie als Juden, Mitglieder ethnischer Minderheiten oder politisch nicht in das rassistische Bild des Nazis-Regimes paßten.Auch wir in Mertesdorf haben viele gefallene und vermißte aus beiden Weltkriegen zu beklagen. Der erste und zweite Weltkrieg und die NS-Diktatur liegen lange zurück, aber ihre Schatten reichen bis heute.

Die Zeit lindert den Schmerz, aber sie heilt nicht alle Wunden.Auch jetzt, während wir uns zu dieser stillen Stunde des Innehaltens, der Trauer und des Erinnerns versammelt haben, kämpfen woanders Menschen um ihr Leben oder sind in ihrer Freiheit bedroht.Ob in Syrien, Afghanistan oder sonst irgendwo in der Welt.

Kriege und Konflikte dieser Welt, werden uns jeden Abend per TV – Sender frei Haus ins Wohnzimmer geliefert. Flüchtlingsströme aus aller Welt sind unterwegs und machen eines deutlich - Frieden ist noch lange nicht.Uns führt heute die Trauer zusammen, verbunden mit dem Bestreben, die Opfer vor dem Vergessen zu bewahren.
Denn wenn niemand mehr an sie denkt, dann sind sie endgültig tot,
dann kann ihr Schicksal keinem mehr etwas sagen. Der Volkstrauertag setzt hier ein Zeichen: Er fragt danach, welche Schlüsse sich aus der Vergangenheit ziehen lassen; er fragt, wo wir heute stehen und welche Werte uns wichtig sind.Uns geht es um eine Welt, in der die Menschen in Frieden und Freiheit zusammenleben können. Uns geht es um ein Gedenken, das sich der Geschichte stellt und deshalb nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch auf die Gegenwart und Zukunft blickt.Die meisten Konflikte und Gewaltausbrüche unserer Zeit tragen sich in Ländern und Regionen zu, die weit entfernt von uns liegen.
Doch gehen sie uns deshalb nichts an? Meine Damen und Herren,
es ist allein ein Gebot der Mitmenschlichkeit, nicht wegzuschauen.
Aber es ist auch ein Gebot der Vernunft, zu versuchen, Krisen einzudämmen, denn Konflikte greifen oft und manchmal sehr schnell über ihren Ursprungsort hinaus.
Und, wie Sie wissen, sind wir ja auch längst in einige dieser fernen Konflikte involviert. Seit fast 20 Jahren beteiligt sich Deutschland an internationalen Einsätzen; seit fast elf Jahren stehen Truppen in Afghanistan und anderen Krisenherden dieser Welt. Das ist länger, als die beiden Weltkriege des vorigen Jahrhunderts zusammen gedauert haben.
Wie gehen wir damit um? Daß deutsche Soldatinnen und Soldaten ins Ausland geschickt werden, daß sie dort kämpfen, daß sie ihr Leben riskieren,
das ist im öffentlichen Bewußtsein kaum präsent.
Das liegt sicher mit daran, daß die Einsatz- und Kriegsschauplätze geographisch weit von uns weg sind. Angesichts der anhaltenden Konflikte müssen wir uns immer wieder fragen: „Tun wir genug und tun wir vor allem das Richtige, um Krieg, Gewalt und Terror heute und künftig zu vermeiden?“ Wie Bundespräsident Joachim Gauck bei seinem Antrittsbesuch bei der Bundeswehr hervorhob: „wissen wir, ob wir mit militärische Gewalt die gewünschten Ziele erreichen oder ob wir schlimmstenfalls neue Gewalt erschaffen“?
Es gibt auch Konflikte, die sich militärisch nicht lösen lassen.
Für diese Konflikte bieten Verhandlungen einen besseren Weg, zu Lösungen zu kommen. In Europa haben die Politiker, haben die Menschen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Untergang der Nazidiktatur auf Annäherung und Aussöhnung gesetzt. Dieser Weg war oft nicht leicht, aber er erwies sich als gangbar und wirkungsvoll. Er hat zu Verständigung und einer immer größeren Einigung geführt, er hat unserem von so vielen Kriegen geschüttelten Kontinent die längste Friedensepoche seiner Geschichte gebracht. Gerade wir wissen aus unserer Geschichte sehr genau, daß Freiheit und Demokratie nicht von allein entstehen und nicht von allein erhalten bleiben. Sie brauchen vielmehr Menschen, die sie erkämpfen und bewahren, die sie schützen und stärken. Die Werte, die wir schätzen, die die Grundlage unserer Gesellschaft bilden, sie sind keine Selbstverständlichkeit und deshalb kommt den Gedenktagen, wie dem Volkstrauertag ein hoher Stellenwert zu. Er sensibilisiert dafür, bedrohliche Entwicklungen oder die Verharmlosung von Gewalt rechtzeitig zu erkennen;

Er sensibilisiert dafür, jeden Menschen zu achten, ungeachtet seiner Herkunft oder seiner Konfession;

Er sensibilisiert dafür, Frieden und Freiheit hoch zu schätzen.Im Gedenken an die Toten und Vermißten Bürgerinnen und Bürger aus den beiden Weltkriegen unserer Gemeinde lege ich einen Kranz für die Ortsgemeinde und die Feuerwehr einen Kranz für die Ortsvereine am Kriegerdenkmal niederlegen.Kranzniederlegung / GedenkminuteTrompetenspiel (Ich hatte einen Kameraden)Gedicht „Frieden“

Frieden



Frieden ist ein Geschenk Gottes, aber es kommt nicht schön verpackt vom Himmel gefallen. Man kann ihn auch nicht mit noch so viel Geld kaufen. Auch im Lotto kann man ihn nicht gewinnen. Er ist nicht wie ein Schatz irgendwo auf der Welt vergraben.

Frieden ist ein Geschenk, ein Geschenk in uns. Wir müssen ihn in uns finden, ihn herauslassen, unseren Egoismus überwinden, den Frieden verbreiten.

Für den Frieden müssen wir alle etwas tun, er ist nicht nur Sache der Politiker. Wir alle können etwas für den Frieden tun, den Menschen zeigen, wie man in Frieden zusammenleben, eine neue Welt schaffen kann. Frieden ist wie eine Blume. Die Saat dazu liegt im Menschen, aber Frieden kann nur wachsen, wenn wir das Gute in uns wirken lassen, wenn wir für Wärme im Miteinander der Menschen sorgen, wenn wir friedlich mit anderen umgehen, anderen helfen und uns helfen lassen, miteinander sprechen, andere ausreden lassen, wenn wir ihnen zuhören, ihre Meinung akzeptieren wenn wir aufeinander zugehen, keinen Menschen ausgrenzen, keinem Menschen den Mut nehmen.



Frieden kann es in der Welt geben, wenn viele Menschen so mit anderen umgehen.



Wir wollen damit anfangen.

Trompetenspiel (Ruhe in Frieden)Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger ich Danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit, bei unserem aus Syrien kommenden Trompetenspieler, Hr. Malek, der vor einiger Zeit erfahren hat was Krieg und Frieden bedeutet, er lebt in Mertesdorf.

Der freiwilligen Feuerwehr, die dieser Veranstaltung einen würdigen Rahmen gegeben haben.

Danke auch an Sie liebe Mertesdorferinnen und Mertesdorfer das ihr hierher gekommen seit.

Recht herzlichen DankIch wünsche einen schönen Sonntag und erkläre die Veranstaltung für beendet.