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Dorfmoderation

Ideen für die Zukunft von Mertesdorf

TV Bericht Trier 27. Juni 2012
In Mertesdorf hat ein Planungsbüro eine 2011 in Auftrag gegebene Konzeptstudie zur Dorfentwicklung präsentiert. Die Planerin schlägt vor, das Dorfbild durch eine Bau- und Gestaltungssatzung zu schützen. Die mögliche Betriebsansiedlung eines Abfallentsorgungsunternehmens bewertet die Expertin positiv.
Mertesdorf. Wohin soll die Reise für den Ruwerort gehen? Wie sollte ein Konzept zur Dorfentwicklung aussehen? Welche Auswirkungen hätte die Betriebsverlagerung des Zweckverbandes Abfallwirtschaft im Raum Trier (ART) nach Mertesdorf? Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, hatte die Gemeinde das Kanzemer Planungsbüro Vollmuth mit einer Konzeptstudie beauftragt. Die Idee für die Studie, die im Rahmen einer Dorfmoderation entstehen sollte, war die heftige örtliche Diskussion über die mögliche ART-Umsiedlung von Trier nach Mertesdorf.
Als Planerin Rosa Vollmuth am Dienstag ihr fertiges Konzept präsentierte, waren etwa 30 Mertesdorfer ins Bürgerhaus gekommen. Eine Diskussion um die mögliche ART-Verlagerung gab es diesmal nicht. Auch Fragen wurden nicht gestellt. Dabei stehen inzwischen zwei Ansiedlungsalternativen zur Diskussion: Standort eins ist eine Ackerfläche rechts der B 52 hinter dem Mitfahrerparkplatz. Dort hat der ART bereits zwei Hektar Fläche gekauft und sich weitere Vorkaufsrechte gesichert. Neue Überlegungen tendieren zu einer ART-Ansiedlung direkt auf dem Gelände der ehemaligen Mülldeponie (der TV berichtete). Diese Variante hätte nach Auffassung von Planerin Rosa Vollmuth einen entscheidenden Vorteil für den ART selbst. Vollmuth: "Die dort heute schon zum Heizen genutzten Deponiegase könnten auch das neue Verwaltungsgebäude mit Energie versorgen - ein enormes Einsparpotenzial. Außerdem würden die Mittel, die der Gemeinde aus der Gewerbesteuer zukämen, vervielfacht, denn die die Gemeinde könne dann Fördermittel aus der Dorferneuerung beantragen.

Ideen zum Erhalt des Ortsbilds

Die Ängste vieler Bürger gegen eine ART-Ansiedlung nimmt die Planerin ernst. Die Sorgen hätten sich aber als haltlos erwiesen, sagt sie. Käme der ART auf das Deponiegelände, würde weder die Erholung beeinträchtigt noch das Landschaftsbild zerstört.
Eine endgültige Standortentscheidung des ART steht bekanntlich noch aus. Dazu Ortsbürgermeisterin Ruth Wilhelm: "Für Mertesdorf ist es begrüßenswert, wenn sich der ART dort ansiedelt. Und der Standort würde die Situation beruhigen."
Unabhängig von der ART-Frage enthält die Studie auch richtungsweisende Ideen für die Ortsentwicklung. So sollte eine Solarsatzung für den ortsbildprägenden Erhalt der dunklen Schieferdachflächen sorgen. Eine Bau- und Gestaltungssatzung könnte architektonische Verirrungen bei der Altbausanierung verhindern. Auf 90 Seiten hat Rosa Vollmuth festgehalten, was sie in Mertesdorf alles bewegen will. Einer ihrer Vorschläge: Die Bücherei ins Gemeindehaus verlegen und zusätzlich ein Café dort einrichten. Grundstücke könnten untereinander getauscht und alte Scheunen abgerissen oder umfunktioniert werden. Neue Freiflächen und Parkmöglichkeiten wären das Ergebnis. Auch Gemeinschaftsgärten oder eine Dorfwerkstatt für ehrenamtliche Projekte seien vorstellbar.
Meinung
Die Ruhe könnte trügen

Ist der Mertesdorfer Streit um das Für und Wider eines ART-Betriebshofs wirklich beigelegt? Die derzeitige Ruhe könnte trügen. Im Herbst 2010 war es zu heftigen Diskussionen gekommen, die sich bis in die Arbeitskreise der nun abgeschlossenen Dorfmoderation hineinzogen. Sollte sich das Entsorgungsunternehmen doch noch für den ursprünglich angepeilten Standort am oberen Ortsrand entschließen, dürfte die Debatte wieder in vollem Umfang entflammen - zu groß sind die Meinungsgegensätze im Ort, zu tief inzwischen die Gräben. Umgekehrt wird aber auch ein Schuh daraus, falls sich der ART für die Lösung auf dem bestehenden Deponiegelände entschließt. Wer aus den Mertesdorfer Reihen auch dagegen die Stimme zum Protest erhebt, der muss sich zu Recht als unverbesserlicher Neinsager und Prinzipienreiter katalogisieren lassen. f.knopp@volksfreund.de



Ergebnisprotokoll zum ersten Treffen der Arbeitsgruppe „Ortskern und Gebäudesanierung“

Im Bürgerhaus in Mertesdorf trafen sich am 24.08.2011 10 interessierte Bürger- und Bürgerinnen, des Arbeitskreises „Ortskern und Gebäudesanierung“, um eine gemeinschaftliche Strategie und ein Konzept für die Ortskernentwicklung zu finden.

Orstbürgermeisterin Wilhelm merkt an, dass der Ausbau der K 77/K78, also der kompletten Hauptstraße durch den Kreis geplant sei, die Entwurfsplanung liege vor. Die Arbeitsgruppe hätte bei diesem Thema die Möglichkeit Ihre Vorschläge ganz konkret in die Überlegungen des Rates einzubringen.

Die Mitglieder des Arbeitskreises beschließen, dies zu ihrem ersten Themenschwerpunkte zu machen. Frau Vollmuth stellte daraufhin den beiden kleinen Gesprächsgruppen Planunterlagen und Luftbilder zur Verfügung und bat die Teilnehmer Ihre Kritikpunkte an den Straßenräumen mit Nummern einzutragen und zu beschreiben. Auch die vorhandenen Fußwege sollten die Teilnehmer rot einzuzeichnen und darüber diskutieren, ob diese z.B. in ausreichender Zahl und Lage vorhanden und wo diese ergänzt werden sollten?

Lebensqualität im Straßenraum und Fußwegenetz als Verbindungen zum Ortskern

Insgesamt fanden die Teilnehmer das Fußwegenetz in Mertesdorf schon gut ausgebildet, es sollte lediglich nach Ihrer Ansicht in kleineren Bereichen ergänzt werden. Jedoch hingen diese teilweise von der Bereitschaft der Eigentümer ab, dies zu ermöglichen. Folgende Vorschläge sollten daher dem Rat weitergegeben werden (siehe Plananlage):

Ergebnis der Gruppen 1 und 2:Mit rot werden bestehende Fußwege in den Plan eingezeichnet, hieran ist zu erkennen, dass vor allem im neueren Teil Mertesdorf schon ein gutes Fußwegenetz besteht

Stelle 1 : an dieser Stelle fehlt ein Fußweg (siehe Plan)

Stelle 2 : hier gibt es einen alten Weg, der zur Zeit aber nicht genutzt wird, dieser könnte wieder hergerichtet werden

Stelle 3 : Hier ist eine Erneuerung eines bereits bestehenden Weges schon in Planung

Stelle 4: Hier sollte die Anbindung an den Radweg verbessert werden und mit Pflanzungen eine Abgrenzung am Rand geschaffen werden.

Stelle 5: Weg zur Bohnenwiese erneuern.

Stelle 6 : Weg am Bäcker vorbei

Stelle 7: Hier wäre ein Kreisverkehr sinnvoll, mit danebenliegendem Fußweg. Dieser Fußweg wäre vor allem für die Schulkinder sehr wichtig.Im Zuge des Ausbaus der Hauptstraße sollte nach Ansicht der Teilnehmer darauf geachtet werden, dass die Bürgersteige weniger hoch werden. Ob sie im Niveau der Straße liegen sollten, wird diskutiert. Die meisten meinen, dass dann eine zusätzliche Gefährdung der Schulkinder durch die fehlende klare Abgrenzung von Straße und Gehweg entstehen würde. Wenn die Straße auf gleichem Niveau z.B. mit einer Muldenrinne als Abgrenzung durchgeführt würde, sollte man es durch ein andersfarbiges – also kein graues Pflaster - deutlicher abgrenzen.

Neben dem Spielplatz gibt es unbenutzte Gartenparzellen, hier könnten Kleingärten für Anwohner ohne eigenen Garten entstehen.

Die „Inselsituation“ der Hauptstraße Nr. 100 wird als problematisch angesehen. Es wird angesprochen, ob der Weg zwischen den Häusern überhaupt notwendig ist.

Ortskernentwicklung

Frau Vollmuth zeigte den Teilnehmern anhand von Bildern von geförderten Sanierungsprojekten, wie sich andere Orte entwickeln haben.

Ortskerne sind meist durchmischt in Bezug auf die Bevölkerung. Es gibt auf engstem Raum verschiedene Generationen, unterschiedliche Kulturen, verschiedene soziale Situationen, Vermögensverhältnisse, Wohnen und Arbeiten. Diese Mischung sollte als wichtiges Ziel erhalten bleiben oder angestrebt werden. Der Mertesdorfer Kern sollte sich nicht einseitig entwickeln.

Das typische baukulturelle Erscheinungsbild eines Dorfes sollte ebenfalls erhalten bleiben. Im Falle von Mertesdorf heißt das, dass die Gebäude meist mit Ihrer Traufe und einem Satteldach parallel zur Straße stehen und maximal 2 Vollgeschosse haben. Die Ortskerne haben eine kostengünstige, flächensparende Bauweise, die durch Ihre Dichte energetisch günstig ist. Eine neue Bebauung sollte sich in dieses Bild eingliedern. Hierzu gibt es im Ortskern ein gutes Beispiele für eine Reihenhausbebauung (Oberstraße 6), deren Grundstücke klar und wirtschaftlich gegliedert sind und deren Fassaden eine ansprechende Farbauswahl zeigen. Gelungene Sanierungen sind die Oberstraße 3 und die Hauptstraße 87. Die Unterstraße 13 hat vor der Sanierung ebenfalls einen Antrag auf Dorferneuerungszuschuss gestellt und wird daher zukünftig dazu zählen.

Frau Klauk-Schommer von der Kreisverwaltung Trier-Saarburg (Tel. 0651/715-403) berät kostenfrei zu den Fördermitteln aus der Dorferneuerung zu den Sanierungsobjekten und entscheidet darüber, wer einen Zuschuss von 25 % und maximal ca. 20.000.- € zu seinen Objekt erhält. Häuser und Scheunen, die vor 1945 gebaut wurden, sind ggf. förderwürdig. Je Sanierungsprojekt und abgeschlossener Wohneinheit oder Arbeitsstätte können ca. 20.000.- € Zuschuss für die Fassadensanierung vorab bei ihr beantragt werden. Der Antrag ist einfach und wird schnell bearbeitet. Ein Beratungsgespräch lohnt sich daher immer.

Anhand einer Übersichtskarte der Dorfkerns erläuterte Frau Vollmuth die momentane Situation der bestehenden Bebauung, aus Sicht einer außenstehenden Planerin, ohne tiefere Kenntnisse der sozialen Strukturen und der Eigentumsverhältnisse. In ihrem Plan wurde mit Rot markiert, welche Gebäude/Grundstücke von mehreren Seiten vollkommen eingebaut sind und keine eigenen Freiflächen mehr besitzen. In Orange wurden jene markiert, die zwar ebenfalls eingebaut sind, etwas bessere Grundstücksflächen haben und die jedoch oft die Zugänge zu den Häusern mit Ihren Nachbarn teilen.

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe sollten in Gruppengesprächen ihr Dorf einmal genau unter die Lupe nehmen und herausfiltern, welche Anlieger es auf Grund der baulichen Situation besonders schwer haben könnten. Sie sollten die Probleme untersuchen, die immer mehrere Anlieger betreffen, also von öffentlichem Interesse sind. Probleme in Mertesdorf können z.B. der allgemeine Stellplatzmangel, die Garagenverteilung innerhalb des Dorfes, die Nutzung der Plätze und öffentlichen Freiflächen sowie der Zuschnitt einzelner Grundstücke mit der möglichen Belichtung und Belüftung der Häuser sein.

Zusätzlich sollte besprochen werden, ob man die enge Lebens-Situation durch Änderungen an den Nebengebäuden verbessern kann. Zu Gunsten von geschützten Freibereichen könnten z.B: die Dächer nicht genutzter Scheunen abgebrochen werden und die Scheunen zu Innenhöfen umgewandelt werden. Die Häuser hätten zu den Innenhöfen neue Fenstertore, die die Häuser besser belichten würden und die Freibereiche wären schallgeschützt.

Problematische Grundstücksgruppen

Die Mitglieder des Arbeitskreises kennen natürlich die einzelnen Nachbarschaftsverhältnisse besser und haben so mit Hilfe der Planunterlagen 6 Gruppen im Ortskern herausgefiltert, denen dringend zu einem solchen Anliegergespräch, sei es einzeln oder direkt mit allen Nachbarn, geraten werden sollte. Bereich 1 wäre kurzfristig und Bereich 6 eher langfristig zu beraten.

Innerhalb dieser 6 zusammengehörigen Bereiche (siehe Karte) sollte die Moderatorin Gespräche mit den betroffenen Eigentümern führen, zum einen um die genaue Problematik der Grundstücke untereinander zu erfahren und zum anderen um Lösungsvorschläge für die Anwohner zu erarbeiten und Ziele für die Gemeinde zu formulieren. Eine positive Ortskernentwicklung sollte - nach Ansicht der Teilnehmer - in Zusammenarbeit mit den Anwohnern auf freiwilliger Basis und langfristig erreicht werden. (Gebiete sind im Plan farbig angelegt und nummeriert)

Die bereits angesprochenen „Inselsituation“ (1) wird als am vorrangigsten angesehen. Es wird z.B. vorgeschlagen, die zweite öffentliche Zufahrt zwischen Haus Hauptstraße 98 und Haus 100 aufzulösen und einem der beiden Grundstücke zu verkaufen. Man könne damit eine bessere Grundstücksausnutzung erreichen, eine geringere finanzielle Belastung der Gemeinde, ggf. die Fassade und Belichtung von Haus Nr. 100 durch ein Fensterrecht verbessern, Stellplätze ermöglichen, zusätzliche Wohnerweiterungen sowie die Eigentümer der Häuser über die möglichen Fördermittel beraten. Es war auch die Frage, wie dieser öffentliche Platz gestaltet werden sollte.

Direkt neben diesem Gebiet befindet sich das zweite Gebiet (2), bei dem auf kleiner Grundfläche viele Parteien jeweils ein Haus haben, aber kaum Freiflächen vorhanden sind. Außerdem befinden sich hier noch Flächen und Garagen die Bewohnern aus einem anderen Teil des Ortes gehören, die diese Anwohner also nicht nutzen können.

Bei der dritten Gruppe (3) handelt es sich um eine Ansammlung vieler kleiner ortsbildprägender Häuser, die sanierungsbedürftig sind und vor allem sehr eng zusammen stehen, so dass keiner eine ausreichende Freiflächensituation hat.

In Bereich (4) stellt eine Scheunenansammlung auf der Rückseite mehrerer Häuser ein Problem dar. Hier scheinen laut der Mitglieder der Arbeitsgruppe verzwickte Eigentümerverhältnisse zu herrschen. Eine Idee um diese enge, verbaute Situation etwas auf zu lösen wäre, hier die Dächer der Scheunen zu entfernen und Innenhöfe zu gestalten. In einer Anliegerversammlung sollte dann auch über ein Wegerecht zu den Scheunen gesprochen werden, da einige gar nicht richtig an ihre Grundstücke herankommen können.

Die fünfte Gruppe (5) beinhaltet größere Gebäude mit schlechten Grundstückszuschnitten. In dieser Gruppe befindet sich auch ein sehr vorbildlich saniertes Haus Oberstraße 3. An das bereits sanierte Haus grenzt ein öffentlicher Platz an, der nicht viel genutzt wird. Es wäre zu überlegen, ob dieser einem der Anwohner, die hier alle keine privaten Freiflächen haben, zugesprochen werden könnte oder so umgestaltet werden könnte, dass er mehr genutzt werden würde.

Die letzte Gruppe (6) sind Häuser, die auf lange Sicht zu betrachten sind und im Moment noch nicht als akutes Problem gesehen werden, da sich an der Eigentümersituation die nächsten Jahre nichts ändern wird.

Die Arbeitsgruppe „Ortskern und Gebäudesanierung“ schlägt vor, dass die Moderatorin Gespräche mit den Anliegern führt, zunächst um Ihre Probleme zu hören, Ihnen ihre Situation zu verdeutlichen und um Ihnen ihre Möglichkeiten aufzuzeigen, Zuschüsse zu erhalten. Bei Interesse sollten dann in einem zweiten Schritt Lösungsansätze für die Grundstücke, Stellplätze, Erweiterungen, Umbauten und Erschließungen aufgezeigt werden. Es wäre sozusagen eine langfristige Entwicklung durch gemeinsame und freiwillige Gespräche.

Die Machbarkeit dieses Vorschlages soll vorab im Rat geklärt werden, da sie den Auftrag der Moderation übersteigen. Die Arbeitsgruppe „Ortskern und Gebäudesanierung“ trifft sich wieder am 19.10.2011, hier werden in jedem Fall von Frau Vollmuth als Beispiel Vorschläge zum Bereich 1 aufgezeigt, da hier derzeit Straßenbauarbeiten stattfinden. In Abstimmung mit der Arbeitsgruppe werden diese Ergebnisse dann dem Rat zur Beratung weiter gegeben.





Anlagen:

Plan Ortskernentwicklung 1: 1000 Din A 3

Plan Fußwegeentwicklung 1: 4000 Din A 3





Zukunftswerkstatt/Konzeptstudie

Zukunftswerkstatt Mertesdorf: Arbeitskreis Kultur Vereine Soziales Generationsübergreifende Arbeitsgruppe „Offener Treff“

Viele Menschen wollen gerne etwas zusammen erleben, ihr Umfeld interessanter gestalten und pflegen, haben aber nicht die Möglichkeiten dies zu formulieren oder Zeit, allein die Verantwortung zu übernehmen oder über lange Zeit aktiv zu sein. Hier fehen in Mertesdorf eine neue Organisationsstruktur und ein generationsübergreifender Treffpunkt für die Interessierten.

Viele ältere Menschen und auch viele Erziehende wollen nicht nur konsumieren, ihre Kinder beaufsichtigen und zu verschiedenen Stellen fahren. Sie wollen selbst etwas Sinnvolles machen. Sie wollen sich austauschen, in ihren Fähigkeiten und in neuen Lebensphasen sich gegenseitig kennen lernen und unterstützen. Oder sie suchen einen sinnvollen Ausgleich zum beruflichen und familiären Alltag. Die Eröffnung zur Moderation in Mertesdorf haben hier folgende konkrete Projektvorschläge als erste mögliche Ansätze gebracht:

Verwilderte Landschaften, Weinbergsbrachen neu bepflanzen, neue Brachen vermeiden, (8)Streuobstwiesen anlegen und pflegenFreilegung und Erneuern von alten WeinbergsmauernDorfgarten mit Reben, Obstbäumen etc. anlegenJahrmarkt/Kirmes/Dorffest (6)Kinder – Freizeit- Programme (Basteln, Anbauen…) (2)Nachbarschaftsfest1 x im Monat Konzert der Dorfvereine am SonntagvormittagWettbewerb zur Dorfgestaltung für Jugend „Kompetenzdatenbank: Wer kann was?“,Nachbarn-helfen-Nachbarn-ProjektMultikulturelle Aktivitäten zur IntegrationKooperative Projekte mit Kasel, Ruwer und WaldrachKulinarische Weinprobe in den Weinbergen, ErlebniswandernÜberregionale Events veranstalten, Koordinator für kulturelle Angebote einstellen,Kulturelles Angebot steigern, Spektakuläre Tourismus- Freizeitangebote, Nachtleben beleben
Genaueres siehe Protokoll Eröffnungsveranstaltung.

Jugendliche treffen sich gerne in Ihrem Dorf mit anderen außerhalb der Schulzeiten und wollen sich freier ausprobieren. Das erste Treffen der Jugendlichen hat in Mertesdorf dazu schon zwei konkrete Initiativen ergeben:

Jam Session, eine Band für jeden, der ein Instrument beherrscht. Treffen alle zwei Wochen im Bürgerhaus.Bohnenwiese als Gestaltungsplatz für Jugendliche zum Hüttenbauen, Treffen, Grillen oder als Bolzplatz, vor allem für die Wochenenden und Ferienzeiten.
Frau Ortsbürgermeisterin Wilhelm stellte bei einem Rundgang den Jugendlichen am 29.06.2011 die verschiedensten generationsübergreifenden Möglichkeiten des Bürgerhauses vor. Es gibt zahlreiche Räume in verschiedenen Größen. Zimmer zum Malen, Musikmachen, zum Besprechen, zum gemeinsamen Essen und größere Räume für Treffen, Musikveranstaltungen, public viewing oder Filmabende. Die meisten Räume werden bisher zu unterschiedlichen Zeiten und nicht vollständig genutzt. Hier finden laut Frau Wilhelm noch viele Initiativen Platz.

Die Moderation in Mertesdorf kann daher im Arbeitskreis Kultur, Vereine und Soziales einen Offenen Treff in Form einer ersten Organisationsgruppe initiieren und ein Jahr begleiten. Die Moderation dient dazu, diese Gruppe zusammen zu bringen und mit ihnen eine Struktur und ein Programm zu erarbeiten, das über das erste Jahr hinaus Bestand haben sollte. Fachübergreifende Kontakte können hergestellt werden und kleinere Aktionen beispielhaft begleitet werden.

Es werden sich verschiedenste kleine Aktivgruppen bilden, die sich im Bürgerhaus wöchentlich oder zu festgesetzten Zeiten treffen und überschaubare Einzelprojekte durchführen. Alle drei Monate können die kleinen Gruppen sich mit dieser Organisationsgruppe austauschen und von diesen durch Veröffentlichungen, Interneteinträgen, Materialsammlungen, Gemeinderatsbeschlüssen und alles was sie so benötigen, unterstützt werden. Insbesondere Frauen könnte diese Gruppe vielleicht interessieren.

Folgende Themen sind in Mertesdorf anhand der ersten Veranstaltung aus unserer Sicht empfehlenswert:



Ein Internetzugang sollte im Offenen Treff eingerichtet werden, hier können generationsübergreifend Computerhilfen angeboten werden. Die Angebote des offenen Treffs sollten im Internet publik gemacht werden. Sehr sinnvoll ist eine spezielle Plattform für Fahrgemeinschaften, da diese sehr flexibel organisiert werden müssen. Die Jugendlichen könnten eine Internetinformation ausarbeiten und über das Dorf berichten, Interviews durchführen und Veranstaltungen ankündigen. Kenntnisse sollten generationsübergreifend weitergegeben werden. Landwirte, Verbände, Vereine oder ältere Mitbürger sollten in die Angebote einbezogen und eingeladen werden. Diese bilden ggf. Jüngere, Neubürger, aber auch insbesondere Jugendliche aus. Zum Beispiel in der Pflege von Streuobstwiesen, beim Bau eines Abenteuerspielplatzes oder beim Tanzen, um die Dorffeste neu zu erleben. Dies wäre ein kurzfristiger Treffpunkt für Alt und Jung im Freien, ein erholsamer Ausgleich zur Schule oder Büroarbeit. Kontakte und Fähigkeiten werden gefördert.In einer Dorfwerkstatt können sich praktisch orientierte Menschen organisieren, der Gemeinde oder anderen Menschen aus dem Netzwerk behilflich sein. Hier kann generationsübergreifend mit Kindern im Modellbaubereich, kleine Objekte restauriert und repariert werden oder Fahrradreparaturen durchgeführt werden.Ältere Mitbürger schaffen Ferienjobs und kleine Aushilfsjobs für Jugendliche, z.B. Hilfen bei der Gartenarbeit, kleiner Malerarbeiten und Großputz und erhalten dadurch die benötigte Unterstützung.Angebote mit gleichzeitiger Kinderbetreuung sollten im offenen Treff initiiert werden, damit auch junge Eltern kommen können. Dies kann im Frühling und Sommer auch im Freien angeboten werden. Daraus können sich Traditionelle Angebote entwickeln, die jährlich wiederkehren. Regelmäßige generationsübergreifende Treffen können auch durch den Seniorentreff organisiert werden, bei dem die Erziehenden, Jugendliche und Senioren zu einem bestimmten dörflichen Thema zusammen arbeiten, während die Kleinsten beaufsichtigt nebenan spielen. Eine Krabbelgruppe oder ein nachmittäglicher Kindertreff kann im Kindergarten mit Eltern so organisiert werden, dass ein Teil der Eltern z.B. Dorfprojekte besprechen und organisieren. Der Offene Treff würde weitere Kinderbetreuung bei Veranstaltungen, Naturerlebnisse, Spielflächen und Kinderferienaktivitäten als Thema anregen. Schlechtwetteraktivitäten. Ein kleines Programm und mögliche Träger können in einer Ideenwerkstatt auch insbesondere von Jugendlichen und Senioren entwickelt werden. An Winterwochenenden könnte alle zwei Wochen ein Tanzkurs im Bürgerhaus mit anschließendem Dorftanz organisiert werden, dann verbessert sich das Tanzen an den Dorffesten zwischen den verschiedensten Teilnehmern und man hat auch Gelegenheiten im Dorf selbst auszugehen.Die Freihaltung und Pflege der Wander- und Spazierwege und die Pflege einzelner Weinbergsbrachen kann von Menschen übernommen werden, die hauptsächlich im Büro arbeiten und wenig Motivation haben, draußen zu joggen. Die Geselligkeit und das Ergebnis dieser Gruppenarbeit kann sich sehen lassen, macht stolz und motiviert zu Neuem. Vielleicht eine Weinbergsmauer, einen Bauerngarten oder gar ein ganzer Park, wie in Kanzem der philosophische Garten. Bei den Ideenwerkstätten können sich Patenschaften für bestimmte Bereiche entwickeln, z B. Freihaltung und Pflege der Wanderwege, Anlegen von Baumalleen und Baumgruppen.Im Treff können Bilder - Vorträge zur Begrünung der Vorflächen und Gärten angeboten werden. Dabei werden Beispiele für regionaltypische Baumarten, Sträucher und Stauden vorgestellt und weitere Pflanzengruppen gezeigt, die gut zur Begrünung von Pergolen und Garagen geeignet sind. Hier machen alle Hausbesitzer an einem Dorfprojekt mit. Das Neubaugebiet passt dann auch in die Weinbauregion, die Nachbarn lernen sich kennen und später ist das nächste Straßenfest garantiert.
Was spricht sie an? Wobei wollen Sie gerne einmal ein paar Wochen mitmachen?

Kommen Sie zum nächsten Treffen des AK Kultur Vereine Soziales am 28.9.2011 um 19.30 Uhr in das Bürgerhaus, um Ihre Ideen ins Leben zu rufen.





Planungsbüro Vollmuth 54441 Kanzem Kirchstraße 5 Tel: 06501/989420

Zukunftswerkstatt der Gemeinde Mertesdorf

Bürgerbeteiligung zur Ortsentwicklung startet mit einer Einführungsveranstaltung am Mittwoch, dem 25.05.2011 um 19.00 Uhr im Bürgerhaus Mertesdorf.

Die Dorferneuerung- und Dorfentwicklung soll in der Gemeinde Mertesdorf zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern fortgeschrieben werden. Dazu hat der Gemeinderat das Planungsbüro Vollmuth mit einer Konzeptstudie beauftragt. Alle Generationen haben die Chance, ihre Vorstellungen, Wünsche und Vorschläge für die Zukunft der Gemeinde aus zu tauschen und mit der Moderatorin Rosa Vollmuth konkrete Projekte zu entwickeln.
In Konz haben z.B. bei ähnlichen Veranstaltungen jeweils ca. 70 Seniorinnen und Senioren bei „Konz aktiv im Alter“ teilgenommen oder im Konzer Tälchen kamen ca. 50 Kinder und Jugendliche und insgesamt fast 400 Teilnehmer aller Arbeitskreise zusammen, um Ihre Interessen einzubringen. Es ist immer wieder von jedem Teilnehmer als anregend und interessant empfunden worden, so viele Meinungen über die eigene Gemeinde zu hören und das Entstehen so vieler fantasievoller Ideen mit zu erleben.

Ziel der Bürgerbeteiligung wird es daher zunächst sein, die vorhandenen Stärken und Schwächen von Mertesdorf zu erkennen. Vorhandene Angebote sollen gestärkt und neue, zeitgemäße entwickelt werden. Verbesserungen im Vereins- und Kulturleben, aber auch im Orts-, Straßen- und Landschaftsbild, sowie die Möglichkeiten der Wirtschafts- und Siedlungsentwicklung sollen in verschiedenen Gruppen besprochen werden. Sie werden die Gelegenheit bekommen, die verschiedensten Menschen Ihrer Gemeinde näher kennen zu lernen. Neue Kontakte können geknüpft und neue Aufgaben erarbeitet werden. Das sollte alle Mertesdorfer Einwohner, ob Neubürger, Einheimische, Kinder, Jugendliche, Mittelalter oder Senioren zum Mitmachen anregen.

Ein Themenbereich ist die Entwicklung der Wirtschaft, des Tourismus, der Landwirtschaft, des Weinbaus und die dazu nötigen baulichen Maßnahmen. Dazu wird im Ergebnis auch die Darstellung von Ausmaß, Inhalten, Bedenken und Chancen einer möglichen Ansiedlung „ ART Verwaltung und Betriebshof“ in Mertesdorf gehören.
Vereinsvorstände, Unternehmer, Ratsmitglieder, und alle, die etwas bewegen wollen sind herzlich aufgerufen, sich und Ihre Visionen für die gemeinsame Zukunft ein zu bringen.

Nehmen sie teil, auch wenn sie nur Zeit für ein Treffen finden können. Jeder Gedanke, jeder Vorschlag ist wichtig, bereichernd und vervollständigt das Meinungsbild! Alle Veranstaltungen, Arbeitsgruppen werden so aufgebaut, dass sie durchgehend für alle Interessenten offen bleiben.

Die Ortsgemeinde Mertesdorf lädt daher alle Bürgerinnen und Bürger ein, am Mittwoch, den 25.5.2011 um 19.00 Uhr in das Bürgerhaus zu kommen und am ersten Treffen der „Zukunftswerkstatt Mertesdorf“ teil zu nehmen.

Ruth Wilhelm, Ortsbürgermeisterin