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Protokoll

Ergebnisprotokoll zum ersten Treffen der Arbeitsgruppe „Ortskern und Gebäudesanierung“

Im Bürgerhaus in Mertesdorf trafen sich am 24.08.2011 10 interessierte Bürger- und Bürgerinnen, des Arbeitskreises „Ortskern und Gebäudesanierung“, um eine gemeinschaftliche Strategie und ein Konzept für die Ortskernentwicklung zu finden.

Orstbürgermeisterin Wilhelm merkt an, dass der Ausbau der K 77/K78, also der kompletten Hauptstraße durch den Kreis geplant sei, die Entwurfsplanung liege vor. Die Arbeitsgruppe hätte bei diesem Thema die Möglichkeit Ihre Vorschläge ganz konkret in die Überlegungen des Rates einzubringen.

Die Mitglieder des Arbeitskreises beschließen, dies zu ihrem ersten Themenschwerpunkte zu machen. Frau Vollmuth stellte daraufhin den beiden kleinen Gesprächsgruppen Planunterlagen und Luftbilder zur Verfügung und bat die Teilnehmer Ihre Kritikpunkte an den Straßenräumen mit Nummern einzutragen und zu beschreiben. Auch die vorhandenen Fußwege sollten die Teilnehmer rot einzuzeichnen und darüber diskutieren, ob diese z.B. in ausreichender Zahl und Lage vorhanden und wo diese ergänzt werden sollten?

Lebensqualität im Straßenraum und Fußwegenetz als Verbindungen zum Ortskern

Insgesamt fanden die Teilnehmer das Fußwegenetz in Mertesdorf schon gut ausgebildet, es sollte lediglich nach Ihrer Ansicht in kleineren Bereichen ergänzt werden. Jedoch hingen diese teilweise von der Bereitschaft der Eigentümer ab, dies zu ermöglichen. Folgende Vorschläge sollten daher dem Rat weitergegeben werden (siehe Plananlage):

Ergebnis der Gruppen 1 und 2:Mit rot werden bestehende Fußwege in den Plan eingezeichnet, hieran ist zu erkennen, dass vor allem im neueren Teil Mertesdorf schon ein gutes Fußwegenetz besteht

Stelle 1 : an dieser Stelle fehlt ein Fußweg (siehe Plan)

Stelle 2 : hier gibt es einen alten Weg, der zur Zeit aber nicht genutzt wird, dieser könnte wieder hergerichtet werden

Stelle 3 : Hier ist eine Erneuerung eines bereits bestehenden Weges schon in Planung

Stelle 4: Hier sollte die Anbindung an den Radweg verbessert werden und mit Pflanzungen eine Abgrenzung am Rand geschaffen werden.

Stelle 5: Weg zur Bohnenwiese erneuern.

Stelle 6 : Weg am Bäcker vorbei

Stelle 7: Hier wäre ein Kreisverkehr sinnvoll, mit danebenliegendem Fußweg. Dieser Fußweg wäre vor allem für die Schulkinder sehr wichtig.Im Zuge des Ausbaus der Hauptstraße sollte nach Ansicht der Teilnehmer darauf geachtet werden, dass die Bürgersteige weniger hoch werden. Ob sie im Niveau der Straße liegen sollten, wird diskutiert. Die meisten meinen, dass dann eine zusätzliche Gefährdung der Schulkinder durch die fehlende klare Abgrenzung von Straße und Gehweg entstehen würde. Wenn die Straße auf gleichem Niveau z.B. mit einer Muldenrinne als Abgrenzung durchgeführt würde, sollte man es durch ein andersfarbiges – also kein graues Pflaster - deutlicher abgrenzen.

Neben dem Spielplatz gibt es unbenutzte Gartenparzellen, hier könnten Kleingärten für Anwohner ohne eigenen Garten entstehen.

Die „Inselsituation“ der Hauptstraße Nr. 100 wird als problematisch angesehen. Es wird angesprochen, ob der Weg zwischen den Häusern überhaupt notwendig ist.

Ortskernentwicklung

Frau Vollmuth zeigte den Teilnehmern anhand von Bildern von geförderten Sanierungsprojekten, wie sich andere Orte entwickeln haben.

Ortskerne sind meist durchmischt in Bezug auf die Bevölkerung. Es gibt auf engstem Raum verschiedene Generationen, unterschiedliche Kulturen, verschiedene soziale Situationen, Vermögensverhältnisse, Wohnen und Arbeiten. Diese Mischung sollte als wichtiges Ziel erhalten bleiben oder angestrebt werden. Der Mertesdorfer Kern sollte sich nicht einseitig entwickeln.

Das typische baukulturelle Erscheinungsbild eines Dorfes sollte ebenfalls erhalten bleiben. Im Falle von Mertesdorf heißt das, dass die Gebäude meist mit Ihrer Traufe und einem Satteldach parallel zur Straße stehen und maximal 2 Vollgeschosse haben. Die Ortskerne haben eine kostengünstige, flächensparende Bauweise, die durch Ihre Dichte energetisch günstig ist. Eine neue Bebauung sollte sich in dieses Bild eingliedern. Hierzu gibt es im Ortskern ein gutes Beispiele für eine Reihenhausbebauung (Oberstraße 6), deren Grundstücke klar und wirtschaftlich gegliedert sind und deren Fassaden eine ansprechende Farbauswahl zeigen. Gelungene Sanierungen sind die Oberstraße 3 und die Hauptstraße 87. Die Unterstraße 13 hat vor der Sanierung ebenfalls einen Antrag auf Dorferneuerungszuschuss gestellt und wird daher zukünftig dazu zählen.

Frau Klauk-Schommer von der Kreisverwaltung Trier-Saarburg (Tel. 0651/715-403) berät kostenfrei zu den Fördermitteln aus der Dorferneuerung zu den Sanierungsobjekten und entscheidet darüber, wer einen Zuschuss von 25 % und maximal ca. 20.000.- € zu seinen Objekt erhält. Häuser und Scheunen, die vor 1945 gebaut wurden, sind ggf. förderwürdig. Je Sanierungsprojekt und abgeschlossener Wohneinheit oder Arbeitsstätte können ca. 20.000.- € Zuschuss für die Fassadensanierung vorab bei ihr beantragt werden. Der Antrag ist einfach und wird schnell bearbeitet. Ein Beratungsgespräch lohnt sich daher immer.

Anhand einer Übersichtskarte der Dorfkerns erläuterte Frau Vollmuth die momentane Situation der bestehenden Bebauung, aus Sicht einer außenstehenden Planerin, ohne tiefere Kenntnisse der sozialen Strukturen und der Eigentumsverhältnisse. In ihrem Plan wurde mit Rot markiert, welche Gebäude/Grundstücke von mehreren Seiten vollkommen eingebaut sind und keine eigenen Freiflächen mehr besitzen. In Orange wurden jene markiert, die zwar ebenfalls eingebaut sind, etwas bessere Grundstücksflächen haben und die jedoch oft die Zugänge zu den Häusern mit Ihren Nachbarn teilen.

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe sollten in Gruppengesprächen ihr Dorf einmal genau unter die Lupe nehmen und herausfiltern, welche Anlieger es auf Grund der baulichen Situation besonders schwer haben könnten. Sie sollten die Probleme untersuchen, die immer mehrere Anlieger betreffen, also von öffentlichem Interesse sind. Probleme in Mertesdorf können z.B. der allgemeine Stellplatzmangel, die Garagenverteilung innerhalb des Dorfes, die Nutzung der Plätze und öffentlichen Freiflächen sowie der Zuschnitt einzelner Grundstücke mit der möglichen Belichtung und Belüftung der Häuser sein.

Zusätzlich sollte besprochen werden, ob man die enge Lebens-Situation durch Änderungen an den Nebengebäuden verbessern kann. Zu Gunsten von geschützten Freibereichen könnten z.B: die Dächer nicht genutzter Scheunen abgebrochen werden und die Scheunen zu Innenhöfen umgewandelt werden. Die Häuser hätten zu den Innenhöfen neue Fenstertore, die die Häuser besser belichten würden und die Freibereiche wären schallgeschützt.

Problematische Grundstücksgruppen

Die Mitglieder des Arbeitskreises kennen natürlich die einzelnen Nachbarschaftsverhältnisse besser und haben so mit Hilfe der Planunterlagen 6 Gruppen im Ortskern herausgefiltert, denen dringend zu einem solchen Anliegergespräch, sei es einzeln oder direkt mit allen Nachbarn, geraten werden sollte. Bereich 1 wäre kurzfristig und Bereich 6 eher langfristig zu beraten.

Innerhalb dieser 6 zusammengehörigen Bereiche (siehe Karte) sollte die Moderatorin Gespräche mit den betroffenen Eigentümern führen, zum einen um die genaue Problematik der Grundstücke untereinander zu erfahren und zum anderen um Lösungsvorschläge für die Anwohner zu erarbeiten und Ziele für die Gemeinde zu formulieren. Eine positive Ortskernentwicklung sollte - nach Ansicht der Teilnehmer - in Zusammenarbeit mit den Anwohnern auf freiwilliger Basis und langfristig erreicht werden. (Gebiete sind im Plan farbig angelegt und nummeriert)

Die bereits angesprochenen „Inselsituation“ (1) wird als am vorrangigsten angesehen. Es wird z.B. vorgeschlagen, die zweite öffentliche Zufahrt zwischen Haus Hauptstraße 98 und Haus 100 aufzulösen und einem der beiden Grundstücke zu verkaufen. Man könne damit eine bessere Grundstücksausnutzung erreichen, eine geringere finanzielle Belastung der Gemeinde, ggf. die Fassade und Belichtung von Haus Nr. 100 durch ein Fensterrecht verbessern, Stellplätze ermöglichen, zusätzliche Wohnerweiterungen sowie die Eigentümer der Häuser über die möglichen Fördermittel beraten. Es war auch die Frage, wie dieser öffentliche Platz gestaltet werden sollte.

Direkt neben diesem Gebiet befindet sich das zweite Gebiet (2), bei dem auf kleiner Grundfläche viele Parteien jeweils ein Haus haben, aber kaum Freiflächen vorhanden sind. Außerdem befinden sich hier noch Flächen und Garagen die Bewohnern aus einem anderen Teil des Ortes gehören, die diese Anwohner also nicht nutzen können.

Bei der dritten Gruppe (3) handelt es sich um eine Ansammlung vieler kleiner ortsbildprägender Häuser, die sanierungsbedürftig sind und vor allem sehr eng zusammen stehen, so dass keiner eine ausreichende Freiflächensituation hat.

In Bereich (4) stellt eine Scheunenansammlung auf der Rückseite mehrerer Häuser ein Problem dar. Hier scheinen laut der Mitglieder der Arbeitsgruppe verzwickte Eigentümerverhältnisse zu herrschen. Eine Idee um diese enge, verbaute Situation etwas auf zu lösen wäre, hier die Dächer der Scheunen zu entfernen und Innenhöfe zu gestalten. In einer Anliegerversammlung sollte dann auch über ein Wegerecht zu den Scheunen gesprochen werden, da einige gar nicht richtig an ihre Grundstücke herankommen können.

Die fünfte Gruppe (5) beinhaltet größere Gebäude mit schlechten Grundstückszuschnitten. In dieser Gruppe befindet sich auch ein sehr vorbildlich saniertes Haus Oberstraße 3. An das bereits sanierte Haus grenzt ein öffentlicher Platz an, der nicht viel genutzt wird. Es wäre zu überlegen, ob dieser einem der Anwohner, die hier alle keine privaten Freiflächen haben, zugesprochen werden könnte oder so umgestaltet werden könnte, dass er mehr genutzt werden würde.

Die letzte Gruppe (6) sind Häuser, die auf lange Sicht zu betrachten sind und im Moment noch nicht als akutes Problem gesehen werden, da sich an der Eigentümersituation die nächsten Jahre nichts ändern wird.

Die Arbeitsgruppe „Ortskern und Gebäudesanierung“ schlägt vor, dass die Moderatorin Gespräche mit den Anliegern führt, zunächst um Ihre Probleme zu hören, Ihnen ihre Situation zu verdeutlichen und um Ihnen ihre Möglichkeiten aufzuzeigen, Zuschüsse zu erhalten. Bei Interesse sollten dann in einem zweiten Schritt Lösungsansätze für die Grundstücke, Stellplätze, Erweiterungen, Umbauten und Erschließungen aufgezeigt werden. Es wäre sozusagen eine langfristige Entwicklung durch gemeinsame und freiwillige Gespräche.

Die Machbarkeit dieses Vorschlages soll vorab im Rat geklärt werden, da sie den Auftrag der Moderation übersteigen. Die Arbeitsgruppe „Ortskern und Gebäudesanierung“ trifft sich wieder am 19.10.2011, hier werden in jedem Fall von Frau Vollmuth als Beispiel Vorschläge zum Bereich 1 aufgezeigt, da hier derzeit Straßenbauarbeiten stattfinden. In Abstimmung mit der Arbeitsgruppe werden diese Ergebnisse dann dem Rat zur Beratung weiter gegeben.





Anlagen:

Plan Ortskernentwicklung 1: 1000 Din A 3

Plan Fußwegeentwicklung 1: 4000 Din A 3