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Unser Dorf

Geschichte

Dorfchronik von Mertesdorf

Anläßlich der Feier "1100 Jahre Mertesdorf" wurde unter der Schriftleitung von Willi Blum eine Dorfchronik veröffentlicht. Diese im Jahre 1993 erschienene Chronik der Gemeinde Mertesdorf ist auf breites Interesse gestoßen. In zahlreichen Buchbesprechungen wurde das 367seitige Werk gewürdigt. Der Historiker Dr. Thomas Gießmann aus Híldesheim ist ein profunder Kenner der Geschichte des Trierer Landes. Die von ihm vorgelegte Besprechung in den Landeskundlichen Vierteljahrsblättern Heft 4/1993 wird im nachfolgenden hier wiedergegeben:

Mertesdorf, Landschaft, Kultur

Abtei St.Maximin 1674

Mertesdorf. Landschaft,Geschichte, Kultur
hrsg. von der Ortsgemeinde Mertesdorf 1993; 367 S., zahlr. Abb.

"In dem Diplom König Arnulfs für die Mönche von St. Maximin vom 11.Februar 893 wird erstmals der Name "Matrihesdorf" für Mertesdorf überliefert. Pünktlich zur 1100-Jahresfeier erschien die Ortchronik, verfasst von einer Arbeitsgemeinschaft auf Anregung der Ortsgemeinde. Nach einer Beschreibung des Gemeindewappens beginnt das Buch mit dem Abriß der erdgeschichtlichen Entwicklung des unteren Ruwertals von Prof.Gerold Richter und widmet sich dann ausführlich der Geschichte von Mertesdorf bis in die jüngste Gegenwart. Vorgeschichte, Römerzeit sowie die Entstehung des Ortes in fränkischer Zeit erläutert Lothar Schwinden aufgrund archäologischer Funde und der ältesten schriftlichen Zeugnisse. Obwohl erst 893 als Besitz der Abtei Maximin belegt, dürfte Mertesdorf viel früher, vielleicht schon im 7.Jahrhundert, dem Klosterheiligen geschenkt worden sein. Die Zeit der maximinischen Grundherrschaft währte bis zur Aufhebung der großen Trierer Benediktinerabtei im Jahre 1802. Diese ortsgeschichtliche Epoche sowie die Geschichte Mertesdorfs im 19. und 20. Jahrhundert bis 1945 stellt Bernhard Simon im umfangreichsten Teil des Buches dar.

Eine Nische in Eingang zum Bergstollen

Die letzten Kriegstage des Frühjahrs 1945 führt ein Ausschnitt aus dem Tagebuch der damals 15-jährigen Theresia Zimmer vor Augen. Agnes Busemeyer behandelt in einem eigenen Kapitel die Entwicklung Mertesdorfs seit 1945 über die Besatzungszeit, den Neubeginn und den wirtschaftlichen Aufschwung bis in die Gegenwart. Ergänzend zu den größeren historischen Beiträgen widmen sich kleinere Kapitel verschiedener Autoren der Schule, den Kirchengemeinden, dem Weinbau, dem Vereinsleben in Mertesdorf und anderen hier nicht weiter aufgeführten Themen. Ohne auf weitere Details einzugehen, sei auf die zahlreichen zitierten Dokumente mit heute noch interessierenden Personen-, Orts- und Flurnamen hingewiesen, z.B. die Erfassung der Steuerpflichtigen in den kurtrierischen Lagerbüchern von 1721 oder in den Kontributionslisten der französischen Zeit von 1784 - 1814, die Übersicht über die Verhältnisse der Winzer von 1926, die Liste der Gefallenen und Vermißten in beiden Weltkriegen. Auch brisantere Themen, wie die Mertesdorfer Hexenprozesse im 16./17. Jahrhundert oder die Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft werden in der Ortschronik nicht ausgespart. Das vorliegende Buch stellt die aus den Quellen gänzlich neu erarbeitete und von nun an gültige Darstellung der Geschichte von Mertesdorf dar. Die Autoren der "Arbeitsgemeinschaft Ortschronik" unter der Schriftführung von Willi Blum haben damit ein verdienstvolles und für alle Freunde der Ruwergemeinde lesenswertes Werk vorgelegt.