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Trier/Mertesdorf/Saarburg. Der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (ART) saniert die Deponie und baut seine Anlagen und Gebäude aus. Von Albert Follmann
Von Albert Follmann und Christian Kremer

Der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (ART) investiert in den nächsten Jahren rund 50 Millionen Euro am Standort Mertesdorf. Betroffen sind gleich vier Bereiche: der Deponiekörper, das Betriebsgebäude, die Trocknungsanlage und die Biomasseverwertung. ART-Geschäftsführer Maximilian Monzel, die Verbandsvorsteher Gregor Eibes und Günther Schartz sowie drei Planer erläuterten am Mittwoch in einem Pressegespräch die Vorhaben.

Entsorgungs- und Verwertungszentrum (EVZ) Bis zum Jahr 2024 möchte der Zweckverband ART eine 35 Hektar große Deponiefläche „abschließen”, das bedeutet mit Folien abdichten und rekultivieren. Ein letzter verbleibender Deponieabschnitt soll bis zum Jahr 2043 genutzt werden – bei unverändertem Abfallaufkommen. Die Investitionskosten für den Deponieabschluss bis 2024 werden auf 23 Millionen Euro geschätzt.

Um das Profil der Deponieoberfläche zu gestalten, werden auch rund 300 000 Kubikmeter Müll aus einer Altdeponie bei Saarburg verwendet. Etwa 18 Millionen Euro soll die Überführung des Mülls mit Lastwagen von Saarburg durch Trier nach Mertesdorf kosten (siehe Info).

Eingebunden in ein neues Logistikkonzept ist die Umgestaltung des Eingangsbereichs. Hier soll es künftig zwei Waagen für die Ein- und Ausfahrt geben, damit lange Wartezeiten vermieden werden. Derzeit gibt es nur jeweils eine Waage. Nach Auskunft von Monzel stauen sich die Fahrzeuge der Menschen, die Material zur Deponie bringen, bis in den Kreisverkehr an der L 151 zurück. Vor allem samstagmorgens sei das der Fall. Die Eingangskontrolle wird künftig mit Kameras bestückt.

Mechanisch-biologische Trocknungsanlage (MBT) Seit fast zwölf Jahren wird der Hausmüll in Mertesdorf in sogenannten Rottekammern auf 12 bis 13 Grad Restfeuchte heruntergetrocknet. Dadurch lassen sich Wertstoffe wie Metall, mineralische Stoffe und Glas besser heraussortieren. Außerdem wird der Müll, der als Brennstoff zu Kraftwerken oder in die Zementproduktion wandert, leichter. Für die Abnahme muss der Zweckverband ART mittlerweile 123 Euro pro Tonne bezahlen (ohne Transport). Weniger Gewicht bedeutet also weniger Kosten und damit eine Entlastung des Gebührenzahlers.

Der Zweckverband plant, seine Trocknungsanlage umzubauen und um eine Sortier- und Lagerhalle zu erweitern. Investitionskosten: 17 Millionen Euro. Ziel ist eine bessere stoffliche Verwertung dank moderner Technik. Getrocknete Mischabfälle werden mit Hilfe von Geräten wie Zerkleinerern, Sieben und Magnetabscheidern bearbeitet. Am Ende der Kette gibt es dann Ersatzbrennstoff und Feingut mit einem hohen Bio-Anteil sowie Metalle, mineralische Bestandteile und Glas. Mit dem Ausbau soll begonnen werden, sobald die Witterung es zulässt.

Biomasseverwertung Ein ART-Projekt, das sich vor allem um Nachhaltigkeit dreht, ist die Verwertung von Biomasse in der Region. Dazu gehört nicht nur Bioabfall, sondern auch Grüngut oder Altholz. Schon jetzt ist der Zweckverband ART laut eigenen Angaben für knapp 140 000 Tonnen Biomasse jährlich zuständig. Weiteres Potenzial sieht der Verband in Klärschlamm, Speiseresten aus Gastronomie und Industrie sowie im Straßenbegleitgrün, für die ihm aber die Zuständigkeit fehlt.

Ziel des Verbands ist es, Biomasse nicht einfach zu verbrennen und damit zu vernichten, sondern zu hochwertigen Produkten zu verarbeiten: zum Beispiel zu Biogas, Strom, Substrat, Kompost, Biokohle oder Abwärme. Dafür stehen laut ART-Abteilungsleiter Tobias Elsen verschiedenste Methoden zur Verfügung, von der Deponierung über die Trocknung und Kompostierung bis zu einem speziellen Verfahren zur Gewinnung hochwertiger Biokohle. Die Deponie in Mertesdorf soll so langfristig klimaneutral betrieben werden können. Verbandsdirektor Maximilian Monzel sagt: „Das ist unser Beitrag zur Energiewende.“
Das Problem dabei ist, dass nicht jeder Stoff für jedes Verfahren geeignet ist. Um die Stoffe den passenden Verfahren zuzuordnen und so die vorhandene Biomasse in Mertesdorf optimal verwerten zu können, bringt der Zweckverband ART deshalb eine Potenzialstudie auf den Weg. Dabei will er mit Professor Thomas Pretz von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen zusammenarbeiten. Laut den Kommunalrichtlinien 2019 sind Potenzialstudien kommunaler Abfallverwerter förderfähig. Ein Förderantrag wird laut ART noch eingereicht.
Betriebsgebäude: Da der Zweckverband ART mit seinen 40 Müllfahrzeugen bis zum Jahr 2021 von Trier auf das Deponiegelände bei Mertesdorf umziehen wird und dort alle Abteilungen konzentriert (der TV berichtete), muss ein neues Betriebsgebäude her (siehe Skizze). Der Standort ist am Eingangsbereich bei den heutigen Waagen vorgesehen. Im futuristisch anmutenden Gebäude sind im Obergeschoss Büroräume geplant, aber auch Umkleide- und Sanitärräume für die Müllwerker.
Für die Müllwagen wird ein neuer Parkplatz auf dem Deponiegelände angelegt. Für die Privatautos der ART-Mitarbeiter wird der Pendlerparkplatz am Kreisel außerhalb des EVZ erweitert. Dort soll es künftig auch eine Bushaltestelle geben.