Sie sind hier: Startseite // Aktuelles // Neujahrsempfang

Neujahrsempfang 2019

Neujahrsansprache der Ortsbürgermeisterin am 05.01.2019

Einen wunderschönen guten Abend meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Mertesdorfer, verehrte Gäste,

es ist besser ein eckiges Etwas als ein rundes Nichts zu sein, hat einmal jemand gesagt.

Die perfekte Kombination aus rund und kantig haben Sie gerade erlebt, meine Damen und Herren, Herzlich willkommen unseren diesjährigen musikalischen Gästen, der Band Curves n’ Edges für die wunderbare Eröffnung dieses Abends.

Es ist so schön euch hier zu haben und wir werden noch mehr von euch hören.

Liebe Gäste,

zum Neujahrsempfang 2019 und zur Verleihung des Ehrenamtspreises 2018 begrüße ich Sie alle herzlich hier im Bürgerhaus Mertesdorf. Ich freue mich sehr, dass wir zusammengekommen sind, um heute auf das neue Jahr anzustoßen.
Herzlich willkommen der Bürgermeisterin der VG Ruwer, Frau Stefanie Nickels, liebe Stephanie, ich freue mich, dass du heute unser Gast bist.

Herzlich willkommen meinen Amtsvorgänger Erich Griebeler und seiner Frau Ursula.
Ich begrüße die Damen und Herren des Gemeinderates Mertesdorf und die Damen und Herren Ver-einsvorsitzenden.

Ich bin sehr stolz darauf, die Ehrengäste und Preisträger des Ehrenamtspreises 2018, Euch liebe Feuerwehrkameradinnen und Kameraden und Eure Familien heute hier im Bürgerhaus willkommen zu heißen und stellvertretend für euch alle begrüße ich namentlich den gerade wieder gewählten Wehrführer der Aktiven der Feuerwehr Mertesdorf , Paul Hammes, -

Noch einmal herzlichen Glückwunsch lieber Paul zu weiteren 10 Jahren....

für die Altersabteilung begrüße ich deren Sprecher Bernhard Minden,für die Jugendfeuerwehr die Jugendwartin Anne Hammes und für die Bambinifeuerwehr, deren Leiterin Natascha Dick.

Unser Ratsmitglied Dr. Rosemarie Cordie wird Ihnen, meine Damen und Herren, später in der Lauda-tio das ehrenamtliche Engagement unserer diesjährigen Preisträger noch näher vorstellen.

2019 .......

Haben Sie auch ausreichend für die Reise durch das Jahr 2019 gepackt, meine Damen und Herren?

Es sind deutlich mehr als die sprichwörtlichen sieben Sachen geworden. Was da alles mitzuschleppen ist an Gepäck aus dem Jahr 2018, obwohl es doch so ruhig angefangen hatte, quasi mit Regie-rungspause damals...
Also ich hätte da Koffer mit der Groko, der Dieselkrise, der Herausforderung unserer demokratischen Gewissheiten und diverse Male das leise Servus zum Abschied von verschiedenen Parteivorsitzenden, Martin Schulz, Angela Merkel...die EU im Allgemein und den Brexit im BesonderenKriege in Syrien, Afghanistan und im Jemen,China, das sich in Stellung bringt....die weitere Gefahr von Terroranschlägen,ein vielbeachtetes Vorrundenaus bei der WM- hoffentlich nicht als Vorbote für die EM...und nicht zu übersehen und überhören.... die Politmachos Trump, Putin, Erdogan, Bolzonaro, Kim...den Klimawandel, die Globalisierung, die Migration...
Und über dem allem... liegt quasi als Gepäcknetz ein rasanter und immenser technologischer und wissenschaftlicher Fortschritt, den wir eigentlich noch gar nicht wirklich auf dem Radar haben. Aber er ist doch bereits in vollem Gang: Technologien werden zukünftig nicht nur die Natur um uns herum verändern, wie das in der Vergangenheit bereits geschehen ist. Sie werden nun in der Lage sein, den Menschen selbst umzuformen. Über diese Möglichkeit, in China bereits umgesetzt, wurde zuletzt berichtet.
Da sind die Abschaffung der Zeitumstellung von Winter auf Sommer, ein nicht vergebener Literaturnobelpreis oder die glückliche und spektakuläre Höhlenrettung ider Kinder in Thailand eher leichtes Handgepäck.

Macht das Reisen da noch Spaß? Und wohin soll es eigentlich gehen?

Ja und dann..... dann steht da noch dieser Riesen- Rucksack mit der diffusen Angst und Verunsicherung. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts ISPOS sehen nur 17 % der Menschen in Deutschland dem Jahr 2019 mit Zuversicht entgegen.

Dieses Gefühl in vielen Bereichen des Lebens an einer Weggabelung zu stehen, ohne genau zu wissen, was - gerade wie--passiert, macht Angst und blockiert das Denken.
Ein Millionen Jahre alter Reflex unseres noch unveränderten Genoms....übernimmt dann bei Vielen das Steuer: „bei Angst folgen Rückzug und Flucht“.Viele Menschen ziehen sich auf das Althergebrachte zurück, sehnen sich nach den guten alten Zeiten, in denen alles noch sicher, klar und eindeutig war.
Also mal ehrlich meine Damen und Herren , ---als ob das Leben in den 50er und 60er Jahren per se alles so toll und einfach, klar und eindeutig für alle gewesen wäre....
Viele betonen heute wieder das Trennende zwischen den Völkern und suchen Lösungen in den angeblich einfachen Antworten auf die wirklich komplexen Fragen unserer Zeit bei populistischen Parteien und autoritären Führungsstilen
Dagegen – objektiv betrachtet, haben wir Deutsche keinen Anlass dafür, kollektiv in ein Stimmungstief zu verfallen.
Das Weltwirtschaftsforum bescheinigt uns in seiner jüngsten Studie: Deutschland ist der wettbewerbsfähigste Staat in Europa. Und Deutschland ist das innovationsfreudigste Land der Welt. Die Arbeitslosigkeit ist auf einem historischen Tiefststand...
Natürlich ist nicht alles überall perfekt...das ist mir auch klar.
Aber, wir Deutsche können uns doch glücklich schätzen: Wir leben in einem Land voller Ideen. Wir wohnen in Freiheit und Wohlstand. Wir haben eine unbestechliche Jusitz, Journalisten können berichten und recherchieren...in diesem Jahr hat unsere Verfassung, eine der besten Verfassungen der Welt... 70. Geburtstag....
Gemessen an dem, was unsere Großeltern und vorherige Generationen hatten, sind das geradezu paradiesische Zustände.

Was hilft gegen Angst.......Konfrontation damit und Mut.....

Schon Sokrates, meine Damen und Herren, wusste sinngemäß:

Konzentriere nicht all deine ganze Kraft auf das Bewahren des Alten, sondern darauf, das Neuezu formen- also zu gestalten..

Wie wäre es deshalb, wenn wir unser Reisegepäck für 2019 deutlich verkleinern, sagen wir auf optimistische 3 Koffer, mit denen wir erst einmal losgehen, der Rest wird dann sowieso nachgeschickt....
Koffer 1:
Das Neue formen wir, indem jeder von uns gefordert ist, genau zuzuhören, selbst zu denken und sich nicht kritiklos mit den sogenannten einfachen Antworten zufriedenzugeben,
Koffer 2:
Das Neue gestalten wir, indem wir unseren gesunden Menschenverstand gebrauchen, unseren Willen zum Wissen verstärken und wieder mehr die Redlichkeit als Haltung annehmen – im Denken und im Handeln
Koffer 3:
Das Neue formen wir, wenn wir Mut zeigen, Mut zu eigenem Engagement aufbringen, mit Interesse am öffentlichen und politischen Leben teilnehmen,
im Großen- in Europa, unserem Land Deutschland, wie auch im Kleinen, an und in unserer Gemeinde Mertesdorf.
Wir im Gemeinderat in Mertesdorf möchten, dass Sie wissen, was wir in unserer Gemeinde tun und wie wir es tun. Wir versuchen dabei transparent zu sein und die Bürger zu beteiligen.
Begleiten Sie uns, wenn wir die große Kofferkiste der 4. Erweiterung der Kita durch das Jahr 2019 bringen. Sie ist schwer genug für unseren Haushalt, aber diese Anstrengung ist auch eine wichtige Investition in die Zukunft unserer vielen Kinder hier im Ort. Sagen Sie nicht einfach, was die wieder ein Geld ausgeben.... ja das tun wir... Aber interessieren Sie sich bitte auch dafür, warum es soviel ist....

Wir sind bestrebt und müssen bei unseren Entscheidungen die Gesamtheit der Einwohnerschaft im Blick behalten. Aber dabei können wir es niemals allen recht machen, z. B. wenn wir Straßen ausbauen und Sie alle jedenfalls derzeit noch, an den Kosten beteiligen müssen oder wenn wir , wie vor Kurzem nach endlich erfolgter Vorlage des Bauantrags, den Bau des notwendigen Funkmasts genehmigen.

Diese Mehrheitsentscheidungen müssen wir als Gemeinderäte treffen und aushalten, auch wenn wir nicht alle der gleichen Meinung sind, aber auch Sie als Bürger müssen das. So funktioniert unser System und es hat in den vergangenen 70 Jahren doch sehr gut funktioniert...

Wir haben uns gefreut, dass im vergangenen Jahr fast durchgehend Publikum in den Gemeinderatssitzungen anwesend war, je nach Tagesordnung in der Größenordnung zwischen einem und maximal 30 Zuhörern, gemessen an einer Gesamteinwohnerschaft von ca. 1785 Personen.

Hmmmm, hmmmm

Ich schlage vor, Sie reisen dieses Jahr unbedingt mit Koffer Nr.3: Sie erinnern sich.... Interesse am öffentlichen Leben...

Gefährlich und spaltend wirkt es auf die kommunale Selbstverwaltung und letztlich auf unsere Demokratie, wenn wir in „die und ich Schablonen denken, lass die da nur machen oder was, die schon wieder gemacht haben oder die machen ja gar nichts oder was die endlich machen müssten-,
ohne dass ich da - der Einzelne, sich wirklich eigene Eindrücke und eigene Infomationen dazu verschafft, wie und warum eine Entscheidung eigentlich so zustande gekommen ist.
Nirgends geht das leichter, als bei der Gemeinderatssitzung vor Ort....., besuchen Sie uns also.
Apropos Sokrates und das Neue formen....
Im Mai diesen Jahres haben Sie, liebe Mertesdorferinnen und Mertesdorfer alle wieder die Möglichkeit, sich aktiv selbst einzubringen, indem sie sich für den Gemeinderat und das Amt des Ortsbürger-meisters/in zur Wahl stellen und auf diese Weise aktiv Ihren Wohnort Mertesdorf und seine Zukunft mitgestalten.

Und noch ein Wort quasi in eigener Sache,

nein nicht, ich selbst trete nicht noch einmal zur Wahl als Ortsbürgermeisterin an, das hat sich ja schon herumgesprochen....

Liebe Frauen im Saal, wer von Euch ist 18 Jahre und älter und wohnt mindestens 3 Monate bei uns in Mertesdorf? Hand hoch bitte.... wow.....so viele...

In diesem Jahr gibt es seit 100 Jahren das Frauenwahlrecht, aktives und passives, wir können wählen- das tun wir und uns zur Wahl stellen......

Liebe Frauen.....derzeit leben etwa gleich viele Männer und Frauen ....,nämlich 3,78 Milliarden Männer und 3,85 Milliarden Frauen auf der Erde. Die Hälfte der Welt gehört also uns, den Frauen.....dann lasst uns unsere Stimme finden, wir haben doch etwas zu sagen.....

Sorgt dafür ihr Frauen jeden Alters aus Mertesdorf, dass wir im Gemeinderat und den Parlamenten stärker vertreten sind, kandidiert!!!! Ihr könnt das tun....nur Mut!!!
Und noch eines liegt mir gerade angesichts unserer über 20 jährigen deutsch- französischen Gemeindepartnerschaft mit St. Just la Pendue am Herzen: Europa...
Im kommenden Mai sind auch Europawahlen. Die großartige Idee eines Europa, in dem Menschen in Frieden, Freiheit und Wohlstand zusammenleben, muss gelebt, bewahrt und täglich weiter erarbeitet und erstritten werden. Sorgen wir dafür, indem wir zur Wahl gehen.
Es sollte doch zwischenzeitlich klar sein, dass wir nur als Europa gemeinsam die großen Aufgaben der Zukunft, wie zum Beispiel die Migration bewältigen können.....und nur indem wir gemeinsam handlen, nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden werden.....

Mut zum Engagement., Haltung...

Die Koffer Nr. 2 und 3 haben noch Platz für mehr Positives. Engagement und Haltung gehören Gott sei Dank bei den Allermeisten von uns hier noch zur Basisausstattung....
Der Gemeinderat in Mertesdorf vergibt seit 2009 beim Neujahrsempfang den Ehrenamtspreis und will damit öffentlich deutlich machen: wirklich mündige Bürgerinnen und Bürger übernehmen Verantwortung. Sie warten nicht darauf, dass andere handeln. Sie machen sich auf, den Weg.

Sie sehen, wo aus unterschiedlichsten Gründen Ideen, Engagement und Hilfe gebraucht werden und sie handeln und helfen.

Sie stärken die Gemeinschaft und zeigen, wir sind für einander da und wollen für einander einstehen, mit allem Respekt dem jeweils anderen gegenüber.
Solche Menschen haben wir heute viele hier im Saal. Menschen, die sich einbringen. Das reicht vom wöchentlichen offenen Seniorentreff, über das Engagement in unseren verschiedenen sportlich ausgerichteten Vereinen, von der Bücherei, die sich jetzt im Bürgerhaus in neuen Räumen befindet und dem Vorlesedienst, von der Gemeindepartnerschaft, die uns den wichtigen Blick über unsere eigenen Grenzen ermöglicht, von der Organisation von Martinsmarkt und Martinszug, von Konzerten, vom Engagement in der Flüchtlingsarbeit, in der Kirche, im sozialen Bereich bis hin zur Tätigkeit in den politi-schen Gremien ,im Gemeinderat.
politischen Gremien "im Gemeinderat".
Dafür, liebe Ehrenamtliche, dass es bei Euch allen nicht beim guten Vorsatz geblieben ist, sondern die Tat folgte, und ihr damit viel bewegt habt und noch bewegt, dafür gebührt Euch hier und heute mein und unser aller Respekt. Respekt für, Euer Können, Eure Motivation und das Durchhaltevermögen.
Eine Gruppierung habe ich hier bisher noch nicht genannt: unseren diesjährigen Preisträger, die Freiwillige Feuerwehr Mertesdorf

Es sind nicht die Bequemsten, nicht die Langsamsten und nicht die Leisetreter, die den Weg zur Feuerwehr finden.
Das sind die Mutigen, meine Damen und Herren!

Liebe Feuerwehrkameradinnen und -kameraden, Ihr verzichtet freiwillig auf einen großen Teil Eurer Freizeit dafür, anderen in Not zu helfen – auch mitten in der Nacht und bei jedem Wetter. Feuerwehrtätigkeit ist packend und weit mehr als Brände löschen. Dazu werden wir gleich in der Laudatio noch mehr erfahren
Auch für uns in der Ortsgemeinde seid ihr seit Langem unverzichtbar, ihr engagiert euch im Gemeindeleben, sei es beim Martinszug, beim Maibaumaufstellen, am Volkstrauertag in Ehrenformation, bei Gemeindefesten, und vielem mehr. Bei euch werden Teamfähigkeit, Kameradschaft mit solider Ausbildung verbunden. Spielerisch werden die Kleinsten an die Feuerwehrarbeit herangeführt, in der Jugendfeuerwehr weiterausgebildet. Als Aktive leistet ihr für uns allen die wertvollsten Dienste unter Einsatz Eurer Gesundheit und Eures Lebens und nach dem Ausscheiden in die Altersabteilung steht ihr den Jüngeren mit Rat und Tat zur Seite.

Ihr seid die älteste und aktivste Bürgerinitiative, die ich kenne.....

Für diesen außerordentlichen ehrenamtlichen Einsatz für uns alle möchte ich Euch allen danken.

Wir sind stolz auf jeden einzelnen von euch für das, was ihr alle für uns leistet.

Danke auch an alle eure Familienmitglieder, die den Dienst ihrer Feuerwehrmänner -und frauen mittragen.

Mit dem Ehrenamtspreis 2018 möchte der Gemeinderat euer Engagement allgemein, aber besonders auch das jahrzehntelange Unterstützen bei gemeindlichen Veranstaltungen, würdigen und auszeichnen. Das tun wir gleich im Anschluss...

Wenn einer eine Reise tut.........

Übrigens „Reisen ist fatal für Vorurteile, Bigotterie und Engstirnigkeit.“ sagt Mark Twain

Also meine Damen und Herren, die Koffer für 2019 sind gepackt...Wir leben in einer Zeit der Krisen, des Wandels und des Umbruchs. Lassen Sie uns dennoch mit kleinem Gepäck und optimistisch im Jahr 2019 reisen, mit Augenmaß, Mut und Motivation.
In diesem Sinne erhebe ich mein Glas und ich wünsche uns allen Gottes Segen für ein gesundes, erfolgreiches und glückliches Neues Jahr 2019.

Prosit Neujahr!

Es gilt das gesprochene Wort